Imprintings of the RealmVolume I
Audio Sample
The opening of The Fourth Field
You are hearing the opening of the German edition — the moment Arin sees the first fracture, the first grey imprint pressed into wax, the first word that people in the city only say quietly, in case it might multiply.
The audio is in German. A scene synopsis follows below in English, then the German transcript in full. The English edition release date will be announced separately; for now this sample captures the prose-rhythm and atmosphere of the original.
What you hear (English synopsis)
The first stone fell quietly — Arin does not hear it, he feels it as an absence. The staircase in the backyard of the salt warehouse forgets its weight for a single heartbeat, long enough for a dockworker to step into nothing and crash through a wall that was not there. A lantern burns without oil, its flame fixed in midair like a golden thorn that does not flicker.
The overseer shouts. A man falls to his knees, laughing, then choking. Arin should turn back. Instead he lifts the lantern higher and the light obeys him — though his hand is shaking, though the light casts no shadow, though none of this makes sense.
Bruch, he thinks. Fracture. A word people in the city say quietly, in case it might multiply.
And then he sees it: a round patch of wax in the dust, the size of a silver coin, neither red nor green nor blue. Grey. The rim of the wax is clean — no smears, no thumbprints. Three stampings: a five-pointed crown, a cogwheel with an odd number of teeth, a scale whose beam tilts faintly to the left. Three sigils set with impossible precision, and something unreal in them — like the drawing of a mouth that keeps speaking after everyone has stopped.
German transcript — verbatim from the audio
Was du im Audio hörst — wortgetreu.
Der erste Stein fiel leise.
Arin hörte ihn nicht, er spürte ihn. Nicht als Aufprall, sondern als Lücke. Als die Treppe im Hinterhof des Salzspeichers die Schwere vergaß, trugen die Stufen noch die Erinnerung an Gewicht – einen Augenblick lang, lang genug, dass der Hafenarbeiter, der die Eimer hochschleppte, mit dem Fuß ins Nichts trat. Er ruderte, als ließe sich Luft greifen, und prallte an eine Wand, die nicht dort gewesen war. Die Wand schwankte, wurde zu einer Tür, die niemand gebaut hatte, und dann wieder bröseliger Putz.
„Halt still!", rief jemand, zu spät für das, was keinen Halt mehr kannte.
Arin duckte sich unter einer Leine hindurch – feuchte Segeltücher, salzig, schwer – und bahnte sich einen Weg durch den Hof. Er war klein genug, um zwischen zwei Fässern durchzurutschen, schnell genug, um dem funkelnden Sprühen aus einer Laterne auszuweichen. Die Laterne brannte ohne Öl, die Flamme stand still in der Luft, ein goldener Dorn, der nicht flackerte.
„Nicht anfassen!", brüllte der Vorarbeiter. Er meinte die Treppe. Oder den Mann, der jetzt auf den Knien lag und lachte, ein kurzes, ungläubiges Lachen, das in ein Würgen brach.
Arin blieb stehen und atmete durch den Mund. Der Geruch von Salz, nassem Holz und Teer lag ihm wie ein Tuch auf der Zunge. Er hätte umkehren sollen. Stattdessen zog er die Finger vom kalten Pergament seiner Brusttasche – er hatte eine Botennotiz für das Schreiberhaus beim Salzspeicher abgeben sollen – und hielt die Laterne höher. Das Licht gehorchte ihm, obwohl seine Hand zitterte. Es machte keinen Windschatten. Es ergab überhaupt keinen Sinn.
„Bursche! Weg da!" Der Vorarbeiter, ein breitschultriger Mann mit einem Gesicht wie ein krummer Pflock, stapfte auf ihn zu. Seine Stiefel sanken in den Schlamm, aber sie hinterließen keine Spuren.
Bruch, dachte Arin. Das Wort kroch von allein in seinen Hinterkopf. Kein schönes Wort. Eines, das man in der Stadt so leise sagte, als könnte es sich sonst vermehren.
„Ich muss nur -" Arin brach ab. Unterhalb der Treppe, wo der Putz bröselte, lag etwas im Ruß. Ein runder Fleck Wachs, groß wie ein Silberstück, matt, als habe ihn jemand mit Asche verrührt. Er schimmerte nicht rot, nicht grün, nicht blau. Grau.
Arin kniete, die Knie sofort kalt und nass. Die Laterne hielt er dicht darüber. Der Wachsrand war sauber, keine Schlieren, keine Daumenspuren. In der Mitte: drei Stanzungen, so fein, dass man mit dem Auge kaum die Linien sah – eine Krone mit fünf Zacken, ein Zahnrad mit ungerader Zahl Zähne, eine Waage, deren Balken minimal nach links hing. Drei Symbole, sauber gesetzt, und doch lag etwas Unwirkliches darin, wie ein gezeichneter Mund, der weiterspricht, wenn niemand mehr redet.
„Bursche!", wieder der Vorarbeiter, näher. „Du willst, dass dir das Ding die Schuhe auszieht? Weg da!"
Arin zwang sich, zu antworten. „Ich arbeite für das Schreiberhaus. Ich… ich muss das sehen."
„Dann sieh schnell und verschwinde."